Wie das Evangelium Menschen verändert

„So oft ich aber sprach: Mein Fuß ist wankend geworden! Hat deine Gnade, o HERR, mich gestützt. Bei den vielen Sorgen in meinem Herzen erquickten deine Tröstungen meine Seele.“(Psalm 94,18–19)

Diese Verse aus Psalm 94 beschreiben sehr gut unsere Lage – und zugleich das Wirken Gottes hier in Belarus. Der Schreiber des Psalms spricht offen von Gottlosigkeit, Gewalt, Ungerechtigkeit und Hochmut, die seine Zeit prägten. Diese Umstände bedrückten ihn zutiefst. Und doch bekennt er: „Deine Gnade, o HERR, hat mich gestützt.“

Auch wir erleben: Inmitten von Herausforderungen und Spannungen trägt uns die Gnade Gottes – sie ist unsere Ruhe und Kraftquelle.

 


Getröstet durch Gottes Verheißungen

Wir haben begonnen, eine Liste mit Bibelverheißungen zu führen, die uns durch schwere Zeiten tragen. Sie erinnert uns täglich daran, dass Gottes Wort stärker ist als unsere Sorgen. Einige Zusagen daraus möchten wir mit euch teilen:

  • Wir brauchen keine Angst zu haben.

  • Wir dürfen uns freuen – selbst in Anfechtungen!

  • Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten.

  • Wir werden nie über unsere Kraft hinaus versucht.

  • Er wird uns weder vergessen noch verlassen.

Diese Wahrheiten sind mehr als Worte – sie sind Leben und Trost mitten im Alltag.

Rückschläge und Gottes Treue im Rehazentrum

Im Oktober durfte ich (Sergej) an mehreren Orten predigen und war deshalb einige Tage unterwegs. Während meiner Abwesenheit kam es im Rehazentrum zu einem schmerzlichen Vorfall: Drei Männer wurden rückfällig. Einer von ihnen, dem wir Verantwortung übertragen und Vertrauen geschenkt hatten, schmuggelte Alkohol ins Haus. Er log – und riss andere mit sich. Erst am nächsten Morgen konnte die Situation gestoppt werden. Kurz davor hatte ich eine Bibelstunde zum Thema „Lüge“ gehalten. Wir hatten gemeinsam gesehen, dass derjenige, der lügt, sich selbst betrügt und in die Falle Satans gerät. Doch die Warnung blieb ungehört. Der Rückfall tat weh, auch weil wir spürten, wie sehr der Feind zerstören will, was Gott aufbaut. Wir mussten die Männer entlassen und uns fragen: Haben wir vielleicht zu schnell vertraut? Wie gehen wir jetzt weiter?

Doch mitten in diesen Fragen dürfen wir sagen: „Aber!“ Wie der Psalmist erleben wir, dass Gottes Trost unsere Herzen erquickt.
Er trägt uns durch, und wir entscheiden uns bewusst, seinen Verheißungen zu vertrauen.

 

Krisen als Weg zur Veränderung

Der Rückfall war eine bittere Erfahrung, aber auch ein Weckruf. Viele Männer erkannten neu, dass sie nicht nur körperlich Hilfe brauchen, sondern vor allem Gnade für ihre Seele. Zwei der drei Rückfälligen kamen tief unter die Überführung des Heiligen Geistes. Sie baten um Vergebung – und wir begleiten sie weiter seelsorgerlich.

Krisen sind schmerzhaft, aber sie bringen echte Veränderung hervor. Ein Mann namens Andrej macht gerade gute Fortschritte. Er bereut vieles aus seiner Vergangenheit, besonders die Jahre ohne Christus. Doch seine Lebenserfahrung öffnet ihn für das Evangelium.
Früher war er Bauarbeiter, jetzt hilft er tatkräftig im praktischen Dienst. Wir sehen, wie Sanftmut und Demut in ihm wachsen – eine Frucht des Evangeliums. Möge der Herr ihn weiter formen und als Segen gebrauchen.

 

Hoffnung inmitten von Not

Ermutigung erfahren wir auch durch die Gemeinschaft mit anderen Christen. Vor Kurzem sprach ich mit einem ehemaligen Rehabilitanden. Seine Frau musste während der Schwangerschaft operiert werden, und die Ärzte rieten zu einer Abtreibung. Doch Gott hat eingegriffen: Die Operation verlief gut, das Baby lebt und wächst! Bei dem Gespräch spürte ich die tiefe Zuversicht der Familie in Jesus. Solche Zeugnisse stärken und erquicken die Seele.

 

Neue Männer – neue Hoffnung

Nach einer Konferenz kamen einige neue Männer ins Rehazentrum. Unsere Gruppe wächst – und sie wird jünger. Viele der Männer sind um die 40 Jahre alt, ehemalige Alkohol- oder Drogenabhängige. Manche waren in ihren Berufen sehr begabt, andere sportlich erfolgreich – bis die Sünde ihr Leben zerstörte. Ein neuer Mann, Dima, kam kürzlich zu uns. Er ist talentiert, aber körperlich und seelisch am Ende. Seine letzte Hoffnung setzt er allein auf Jesus Christus.
Auch Alexej, ein weiterer Neuzugang, kämpft schwer. Als er kam, herrschte Chaos in seinem Inneren, doch langsam beginnt Licht in sein Herz zu fallen. Beide Männer stehen buchstäblich zwischen Leben und Tod. Ihre Familien leiden mit – der Kampf um ihre Seelen betrifft ganze Häuser. Bitte betet für sie!

 

Das Evangelium verändert

Eine besonders bewegende Geschichte: Ein neuer Bewohner, Artjom, erkannte in einem unserer Helfer einen alten Kumpel aus der Drogenszene wieder. Damals galt dieser Mann als „konchennyy“ – ein russisches Wort für „am Ende“, „verkommen“, „hoffnungslos“.
Heute ist derselbe Mann Christ, hat Familie, Arbeit – und ein völlig neues Herz. Das ist unvorstellbar für sein damaliges Umfeld! Die krassen Veränderungen bei diesem Mann geben auch dem Neuankömmling viel Mut. Diese Begegnung war für Artjom überaus bemerkenswert:

Wenn Gott so einen Menschen verändern kann, dann gibt es auch für ihn Hoffnung! Solche Geschichten sind lebendige Zeugnisse der Kraft des Evangeliums.

 

Letzte Hoffnung – Evangelium

Wir sehen hier in Belarus täglich, dass das Evangelium wahre Veränderung schenkt.
Nicht menschliche Programme, sondern die Kraft des Heiligen Geistes bringt neues Leben hervor.
Gott gebraucht Schwachheit, Krisen und Enttäuschungen, um Herzen zu brechen – und sie neu zu machen.

Darum dürfen wir mit dem Psalmisten sagen: „Deine Gnade, o HERR, hat mich gestützt.“

 

Wir danken euch von Herzen für eure Gebete, eure Unterstützung und euer Mittragen.
Ihr seid Teil dessen, was Gott hier tut.

 

Sergej und Inga Klik

Kontakt

Mission für Süd-Ost-Europa (MSOE) e.V.

Hommeswiese 132

57258 Freudenberg

 

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